Krätze Gesundheit: Hautkrankheit 2018 in März breitet sich aus

Krankheit wird von Milben verursacht
Eine umfassende Meldepflicht gibt es laut Robert Koch-Institut (RKI) nicht. Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas, Obdachlosenheime, Flüchtlingsunterkünfte oder Gefängnisse müssen Ausbrüche an die Gesundheitsämter melden. Diese wiederum müssen die Daten nicht an die Landesbehörden oder das RKI weiterleiten.

Die auch Skabies genannte Krankheit wird von Milben verursacht, die nur schwer mit bloßem Auge zu erkennen sind. Mangelnde Sauberkeit als Ursache für die Krätze ist Experten zufolge ein Vorurteil. Der oft vermutete Zusammenhang zwischen schlechter Körperhygiene und Skabies entspreche vermutlich nicht der Wirklichkeit, heißt es in einem RKI-Ratgeber. So sei die Verordnungszahl wichtiger Medikamente gegen die Hautkrankheit, die durch winzige Milben hervorgerufen wird, zwischen 2016 auf 2017 um 60 Prozent gestiegen – von 38.127 auf 61.255, teilte die gesetzliche Krankenkasse auf Basis eigener Daten in Berlin mit.

Die Zahl der verschriebenen Krätze-Medikamente nehme in allen Teilen Deutschlands wieder zu. Allerdings gebe es regionale Unterschiede.

Während die Anzahl der Rezepte in Berlin um 35 Prozent zulegt habe, habe es in Schleswig-Holstein eine Zunahme von 127 Prozent gegeben, gefolgt von Bremen (98 Prozent) und Rheinland-Pfalz (89 Prozent), so die Krankenkasse.

Krätze möglichst sofort behandeln
Bereits bei den ersten Krätze-Anzeichen wie gerötete Papeln im Intimbereich, zwischen den Fingern oder in den Achseln und vor allem nächtlichem Juckreiz solle man zügig den Arzt aufsuchen. So lässt sich bestenfalls die Gefahr eindämmen, dass die Tiere auch andere Personen aus dem Umfeld befallen.